»Das muß so sein,« sagte er, »sonst wird's nicht genommen.« (Und da hatte er recht.) »Literarisch leb' ich mich ja anderweitig aus!«
»Wo denn?«
»Die – Gedichte?!«
Ja, die waren literarisch, die! Ja, hier allein durfte er »sich ausleben«, hier bei mir. Anderwärts mußte er sich verleugnen! O, der Arme!
»Und wem zuliebe tu ich das? Wem zuliebe will ich Geld verdienen?«
Ich war tief beschämt und bat ihn um Verzeihung.
Die Operette erlebte über fünfzig Aufführungen. Rudis Name als Literat war gemacht. Er verdiente auch einen Haufen Geld damit. Man konnte nun doch nicht mehr von ihm sagen: »ein Bursch', der nix ist und nix hat«.
Das nützte aber alles nichts. Es blieb dabei, ich dürfe ihn nie und nimmer heiraten. Man berichtete mir schlimme Dinge von ihm. Ich lachte darüber. Ich fühlte mich wie vor etwas Unausweichlichem. Sei es, wie es sei, ich mußte zu ihm, über ihn, vielleicht. Wie ein Verhängnis kam es mir selbst vor.
Aber ich konnte mir nicht denken, wohin mein Leben steuern sollte, wenn ich von diesem Plane abließe.