Mein Vater würde nie erlauben, daß ich zum Theater ginge. Ich war minderjährig. Als Rudis Frau war ich frei, zu machen, was mir beliebte.

Bei jedem anderen Mann war ich wieder unfrei. Auch war niemand da, der mir auch nur einigermaßen gefiel, zu dem ich irgend etwas wie eine Zuneigung gefühlt, in dessen Gegenwart ich mich als Weib empfunden hätte, bei dem ich gerne unfrei geworden wäre.

Mit Rudi plauderte ich gern. Und dann, es war doch etwas, was von ihm zu mir ging, was ich fühlte. Anders fühlte, als wenn ich mit meinen Freundinnen war. Aber was, was war eigentlich mein Weg? Was war das mit dieser Stimme? Sollte sie beachtet werden? Und wohin mit ihr?

An Rudis Seite wollte ich darüber nachdenken.


Unsere Verlobung hielten wir vorläufig geheim. Dennoch kam die Sache auf. Meine Eltern wollten von dieser Verbindung nichts wissen. Aber unser Wille war entfesselt durch den Widerstand der Umgebung.

Die Aufführung seiner Operette kam heran. Rudis Name stand noch öfter in den Zeitungen. Das nutzte aber alles nichts.

Rudi brachte mir das Buch. Den Klavierauszug der Operette samt Text. Ein junger, begabter Komponist hatte ihn vertont.

Rudis Libretto! Ich fand es stumpfsinnig zum Heulen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie man am Schreibtisch saß und diese Worte, diese Sätze, diese Strophen »dichtete«. Diese »Schlager« erdachte. Und einen »Bau« herausbekam aus diesem Dr...-stoff. Ich verschwieg ihm auch nicht meine Meinung.