Nicht dieses kann der Goethesche Spruch vermeinen und vermissen. Geheimnisvolleres: im Gesange selbst soll es sich offenbaren.

Das Schaffen selbst – ersichtlich aus dem Geschaffenen?

Als Hauptprodukt des ganzen Treibens – das Treiben selbst?

Das Lied und die »Stimme«?

War es denn noch nie?

Das wäre – das Buch der Inspiration.

Wäre es denn möglich? ...


Bei jeder Intimität, die ich bisher mit Menschen hatte, war mir, als stieße nur eine Seite meines Wesens, irgendeine schmale Kante, nachbarlich an sie. Der Rest blieb frei. Aber hier, hier bei dir, da bin ich ganz und gar hineingeschwommen in dich, wie so ein Fischlein in einen tiefen See. Da kann es herumplätschern wie es mag, die gewagtesten Voltigen aufführen, das Gewässer nach allen Seiten durchkreuzen, ohne doch auf irgendwelche Klippen zu stoßen, an die es wild angeworfen werden könnte. Und wenn es hinunterspäht, neugierig, in die blaue Tiefe, wie solche kecke Fischlein schon sind, da sieht es den Grund des Gewässers heraufleuchten, – wunderbar licht, wunderbar friedlich, wunderbar ruhend.

Es belästigt dich doch nicht, das Fischlein? Ach, ich weiß ja! Der See mag ja das Fischlein so gern!