Ich kann nichts von dem, was mir im Kopf herumspukt, vor dir bei mir behalten, nicht einmal, was ich von gestern auf heute in diese Blätter schreibe, – wenn du sie auch nicht zu sehen bekommst, bevor sie fertig sind. (Fertig? Wie? Wann? – Ach!)
Ich muß mir gewissermaßen immer eine Bestätigung holen, mir alles saldieren lassen von dir. So plauderte ich dir vor, daß ich in diesen unsterblichen Blättern von dir »ausgesagt« hätte, du seiest ein See und ich das, was darin plätschert.
Und du sagtest ganz nachdenklich: »Weißt du, kleine Maja, es gibt verschiedene Fische. Solche, die sich lustig und flink an der Oberfläche der Gewässer tummeln und manchmal sogar darüber hinaus einen Satz in die Luft machen. Andere wieder, die sich hinunterwälzen, in gewundenen, spiralartigen Bewegungen, in die Tiefe: aber langsam und in lauter breiten Umwegen, in lauter Serpentinen. Und dann gibt's noch andere Fischlein,« – und du sahst mich so lieb und so froh an, – »die pflegen blitzesgeschwind direkt auf den Grund der Dinge, – der Gewässer will ich sagen, – hinunterzuschnellen.«
Und du sahst mich wieder an, wie – nun, »wie ein edler Papa sein vergöttertes Baby« (nach Peter Altenberg das Merkmal echter Liebespaare), und lachtest, dein gutes, gutes Lachen! »O du schnelles, schnellendes Fischlein!« Sehr viel Vatergefühl oder umgekehrt: sehr viel Mütterlichkeit soll in jeder echten Liebe sein.
Und dann gab's natürlich viele, viele Küsse, mit denen alle unsere Diskussionen schön mosaikartig durchsprenkelt sind.
»Des discussions entre des amants produisent toujours des effets funestes.« Ich halte dieses erkenntnistheoretische Wort Yussuffs – Friede sei mit ihm! – an unsere: Diskussionen.
Unsere Zusammenkünfte sind lauter Picknicks. Jeder bringt was mit. Du besorgst die Weisheit, ich gebe meine Stimme dazu und Musik wir beide!