Was immer ich darüber sage, dem holden Wunder dieses Dinges kann ich mit dem Verstand nicht beikommen. Und was immer ich schreibe, – in diese Blätter, – das, was wir zusammen erleben, ist noch viel, viel wunderbarer. Es ist, nun es ist einfach so, daß ich mich, wenn ich allein bin und der Gedanke daran mich überfällt, aufs Sofa werfen muß und den Kopf in die Polster vergrabe.
Das »Wunderbare«, es kann sich offenbaren, nicht sich deuten lassen.
Nur niederstürzen – beten, beten!
Mir ist, als hätten mich früher fremde, dämonische Mächte in Händen gehabt und mir die Stimme in der Kehle – und in der Seele – erwürgt und erstickt. Was war es denn? Dunkel, dunkel liegt es hinter mir. Und kam doch – aus mir?
| Dämonen. |
| Was war es denn, |
| Daß mich mir selbst so ganz und gar entrückt? |
| Es brach aus mir heraus und stieß an mich zurück, |
| Daß ich in tausend Trümmer wollt zerschellen. |
| Schon hört' ich's schrill mir in die Seele gellen, |
| Schon kam es näher mit dem Eisesblick |
| Und drängte sich heran in dunkeln Wellen. |
| So blickt der Tod. |
| Das ist die ewige Öde, |
| Die mich mir selber will begraben. |
| So bin ich dem verfallen, der nichts mehr läßt, |
| Du in mir, du, du Gott, o halt mich fest! |
| Wer sind sie, die mich da in gnadenlosen Händen haben, |
| Die mich mir selbst erpreßt?! |
| Was war es denn? |
| Es flieht, es scheut das Licht! |
| Die Seele glüht in Scham und wächst aus dunkeln Nöten |
| Dem Tage zu. |
| Was war es denn? |
| O frage nicht, – Vermessenheit des lauten Wortes. |
| Nur niederstürzen: beten, beten! |
Du sagst: »Das, was mir dieses Einzige mit dir von allen anderen früheren Schicksalen mit Frauen unterscheidet«, – du hast ja gleich mir Schicksale hinter dir –, »ist diese vollendete Zweifellosigkeit. Gegen dich gibt es keine Stimme, auch nicht die leiseste Flüsterstimme eines Zweifels in mir: sie war nie da, ist nicht da und wird nie da sein. Alles ist Gewißheit.«
O diese deine Worte! Und dennoch: gemeinsame Bahn zu gehen, für Zeit und Ewigkeit – Freund, wir wissen nicht, ob es beschlossen ist – aber bewahren wir uns: unsterbliche Güte!