Mann und Weib – ungeheuere, unerschöpfliche Gütespender für einander! Einander »zugewiesen«, um ihr Pfund an einander zu verdoppeln, zu verhundertfachen, mit Wucher auszubeuten, unerschöpfbar sich auseinander zu speisen! Und um die gesuchte eigene Melodie einer aus dem andern klingen zu hören, während dieser Ernte, in all der holden Üppigkeit.
Nur wenn diese Ernte sich einstellt, wenn es wuchert, das Pfund, wenn es sich verdoppelt, verhundertfacht und wenn es fröhlich klingt dabei, – horch: Erntemotiv! – dann »stimmt's«.
Laune, Laune, Menschenlaune, Wundervollbringerin! Menschenlaune, die sich über Dinge ergießt, horcht ihnen ihre Geheimnisse ab.
Wenn sich Bekannte nach dem Fortgange meiner Gesangsstudien erkundigten, pflegte meine Mutter zu erwidern: »Ja, wenn sie bei Laune ist!«
Und ich dachte mir immer: Könnte ich sie nur einmal durchhalten, diese wunderbare, göttliche Laune, die irgend etwas, mir selbst Unbegreifliches über mich herabschüttelte und -rüttelte, wie das Bäumlein im Aschenputtelmärchen. Aber immer kamen die »Störer«, und aus war's mit dem Segen.
Dauerlaune! Dauerekstase! Ein voller Gesang, ein richtiges Menschenlied, in dem es lacht und weint, wie wir Menschlein eben tun, soll mir vom Baum fallen! Daß ihr mich nicht stört bei dem Hokuspokus!
Bin hingelaufen zum verwunschenen Bäumlein, ein trauriges Puttel bin ich zum Bäumlein der göttlichen Laune gelaufen und halte mich da versteckt vor euch, bis ich alles heruntergeholt habe.
| »Bäumlein rüttle und schüttle dich, |
| Wirf Gold und Silber über mich!« |