Ich erwartete dich. Drei Tage hatten wir uns nicht gesehen. Unsere Pflichten da draußen, abseits von der »Insel«, trennen uns oft für Tage. Ach, und auch das ist wunderbar. Denn was häuft sich nicht an in solchen drei Tagen!
Ich erwartete dich. Und ich schmückte mich.
Wie schön wird ein Weib, das sich schmückt für den Geliebten! Selbst wenn es so wenig schön ist, wie ich. Wie wellte es sich mir unter der Hand, dieses weiche, allzu feine Haar, das man zusammendrücken kann in nichts. Wie strömte es frühlingshaft aus jeder Pore meines Leibes, da ich ihn mit Wohlgerüchen wusch. Und wie leuchtet die »Lux« in ihm auf, alle Fenster der Seele erhellend, – eine einzige, aufflammende Illumination.
Und dann das Kleid. Ich wühlte in meinen Schränken. Welch grelle, bunte Lappen hatte ich da getragen. Fort! Ein weißes Kleid, ein strahlend ernstes, weißes Kleid!
Und weiß, weiß bis zu den Füßen herunter.
Und du kamst. Und ich ging dir entgegen. Und du sahest, wie ich ging. Du sahest, daß ich etwas dir zutrug, – opfernd, – diesen Kelch, von dem du trinken solltest.
Du hattest mir Blumen gebracht: rote, bräutliche, brennende Blüten.
Brennende Blüten fielen in meinen Schoß.
Heilige Bewußtheit: Sphärenhelle, von der die Gestirne leben! – – –