Vorher – wo war es doch?

War es zu Eleusis – Priester? Oder zu Padua – Meister? Oder zu Ephesus – Opfernder?

Träumereien wagen sich zu dir.


Oft scheint es mir auch, als wären wir – einst, einst – zusammengesessen, ich, deine Frouve, und du, mein lieber Herr, und hätten uns damals schon, »am stillen Herd, zur Winterszeit«, süßen Trunk kredenzen lassen von ihm, der auch jetzt unser liebster Mundschenk ist, – mein Landsmann Vogelweid, Freund Walthahari. Er saß uns gegenüber, ein teurer Hausgast, ein schwerer Winterabend war's und »eingeschneit« war uns Haus und Hof. Und wir saßen alle drei auf der Bank um den Ofen herum und brieten da Äpfel.

»Saget mir ieman, waz ist minne«, sprach Freund Walther.

Und wir beide, du und ich, sahen uns an und schwiegen und lösten dann die Blicke voneinander und lächelten ihm zu, dem lieben Dritten.

»Liebe Frouve,« sagtest du, »Freund Walthahari fragt uns um Minne.«

»Geh' er hin und seh' er selbst«, sagte ich.

»Weiset mich zurecht, warum sie schmerzet so sehr?« fragte er und horchte gespannt.