»Minn' ist Minne, tut sie wohl«, sagte ich.

»Tut sie weh, so ist es nicht die rechte Minne«, sprachst du, mein lieber Herr, – »ich weiß nicht, wie man sie dann nennen soll.« Und zogest dabei, umsichtig und aufmerksam, wie es deine liebe Art ist, die Äpfel aus der Ofenröhre, die sich da zischend gemeldet hatten.

»Wenn ich richtig deute, was der Minne Wesen sei –«

»– so sprecht ja!« unterbrach die Frouve den Freund. »Sprecht ja! Minn' ist zweier Herzen Freude! Sprechet ja!«

»Teilen beide gleich, so ist die Minne da«, sprach mein lieber Herr und schob uns die Äpfel, die er fürsorglich geschält hatte, auf den blitzenden zinnernen Tellern zu, daß uns ihr süßer Dampf gar lieblich in die Nase stieg.

»Ihr wohnet manche Tugend bei, und dabei Heiterkeit«, meinte nachdenklich Freund Walther.

»Ihr folget große Treu' und dazu Seligkeit«, sprach mein Herr und blickte mich an.

»Minn' ist zweier Herzen Freude! Da spracht ihr recht, vieledle Frouve«, sagte Walther.

Ich lächelte arg. »Und tut sie weh, wie nennt ihr sie dann?«

»Die könnt' Unminne heißen ehr«, sagte mein Herr.