Die Alten pflegten, in Epochen der Degeneration, die Entjungferung eines Weibes als eine schlechte, schmutzige Sache zu betrachten! Eine Sklavenarbeit, eine widerliche! Und ganz im Gegensatz zum mittelalterlichen germanischen Herrenrecht auf die erste Nacht (welches das Weib vielleicht viel deutlicher noch zur Benützten machte als jene antike Degenerationserscheinung) trieben sie die Jungfrauen, die stolzen, die schönen, die starken, hinunter an den Strand und ließen sie von derben Sklaven oder von phönikischen Seeräubern, die da anlegten, zu Weibern machen. Erst dann kamen sie zur Wahl als Gattinnen in Betracht.
Der syrische Astartedienst, der asische Mylittakult, was ist er anderes als eine Fluchtstätte der degenerierten Mannheit?
Nur weil die Heroen ausgestorben waren, konnte es geschehen, daß die Schlechten, die Sklaven, an die Jungfrauen, die stolzen, die starken, die schönen, herankommen konnten, herankommen mußten.
Altenberg führt uns in seinem Buch »Prodromos« vor Augen:
Zu Brünhild dringt ein geringer Mann. Sie erwartet ihn, Siegfried!
Es kommt ein anderer, ein Geringer.
»Wer drang zu mir – wer drang zu mir?«
Sie war noch nicht, meine Hochzeitsnacht, – die Nacht der Hingabe, in heller, seliger Bewußtheit, mit dem hellen, seligen Willen zu empfangen.