Und in die jubelnden Passagen der Violinen und in das Geschmetter der Hörner mußte es hineintönen – wie die Stimme der Dunkelheit:

»So klopft das Schicksal an die Tür.«

Und ich greife und greife die Saiten. Und sie zucken und schwingen und tönen.

Und das Blut rieselt unter meinen spielenden Händen und strömt dahin, mir zu Füßen.

Fließe, fließe über die Erde, die braune, die geliebte, laß dich trinken von ihr und wachse auf aus ihr in glühender Glorie. Verströme mein Blut, und verströmte mein Leben darob.


Du bliebst bei mir, die Nacht. Sommerlich war sie. Verstrich und verblich so schnell. Wir merkten es kaum, da dämmerte es schon. Da drang es in sie, in die Nacht, lichter und immer lichter. Und es kündete ihn, den Tag, bevor er sich selbst noch deutlich war, wie mit Flötenton, kündete es ihn, – horch!

Heller als er selbst noch war, der Tag, drang es in ihn: tirillili.


Die Nacht verstrich. Es drang in sie
So flötenfroh, es kam vom Hag:
Tirillili – tirillili.
Ein Vogel rang um Melodie.
Auf grauen Wellen trug der Tag
Zum Bett, wo ich im Arm dir lag,
Den Amselschlag
Und sie,
Die heller war, die Melodie:
Tirillili – tirillili.
Die Nacht verblich. Es drang in sie,
So wachensfroh, ein Flüsterwort:
»Ich seh' das Licht,
Das stärker denn der bleiche Tag
Und heller denn der Amselschlag
Dir aus den Augen bricht
Und eindringt in den bleichen Tag,
Wie sie,
Die heller war, die Melodie:
Tirillili – tirillili.«
Die Nacht entwich. Der in sie drang,
So flötenfroh, der Amselschlag,
Verklang im Hag.
Das Bette stand im Morgenlicht,
Und dein Gesicht und mein Gesicht
Blickt in den Tag,
Den jüngsten, den die Welt gebar,
Und trug in ihn, die heller war,
Die unser war, die Melodie:
Tirillili – tirillili.