»– – – Priesterin, – nahe, nahe bist du den Flammen! Siehe zu, daß sie nicht dein Gewand ergreifen!«
Und wenn sie es ergriffen?! Wäre es denn ein Priestergewand, ein geheimnisvoll geweihtes, gefeites, wenn sie es verzehren könnten, diese Flammen?
Und hier in dieser opfernden Hand halte ich den Becher, voll bis zum Rande, den vollen, wahrlich übervollen Becher meiner Leiden. Ich gieße ihn aus, auf Opfer und Altar.
Und hier – die Lust, die ich genossen habe, ich streue sie hinein in die Flammen, wie reifes Getreide.
Seid ihr's zufrieden, Götter?
Da war mir's, als hörte ich aus dem Brande ein wildes und doch heiliges Lied: ein christliches Lied, aus dem heidnischen Kult, ein fanatisches Büßerlied, wie die zornigen Apostel der Heilsarmee es den irdisch Versuchten in die Ohren gellen. Es dröhnte mir entgegen aus dem wilden Geprassel: »Rette, rette deine Seele!«
Und bange starrte ich in das Flammenmeer.
Und da – siehe, – da, was ist dies? Was flog da auf aus der Glut? Flammengerettet, schmetternd, alle Stimmen überschmetternd, übertönend, die Stimme, anima, mein Phönix, mein unverbrennbarer!
Werft mir Räucherwerk in die Flammen, daß das Opfer den Göttern gefällig sei. Wie es zischend hineinfällt und sie sprühen macht. Und wie mir alles, alles verbrennt und verglüht. Keine Schlacke bleibt mir im Opferstoß. Dämpfe, weiße Dämpfe steigen auf aus der Lohe, Dämpfe, die in den Lüften immer reiner, immer klarer und klarer werden.
In die Höhen entführt, was ich irdisch verbrannte!