Ich sagte ihm, daß ich durch das Fernrohr von der Kommandobrücke nach ihm blicken würde. Er war bleich und erregt und drückte immer wieder meine Hand. Abdullah hatte einen Riesenstrauß ins Hotel gebracht. Als ich nach den Blumen fragte, sagte man mir, daß sie samt meinem Gepäck in der »Fürstenkajüte« untergebracht seien.

Die hatte Yussuff, ohne mein Wissen, für mich bestellt.

Die Gesellschaft hatte sich längst von Bord begeben und stand nun auf dem Molo. Wahrscheinlich machte sie ihre letzten Bemerkungen über uns. Aber Yussuff ging erst, als der Kapitän auf ihn zutrat:

»Pardon, Excellence, nous allons partir.«


Wie er auf dem Molo stand, heroisch über alle Würdebedenken den Sieg davontragend, – er, dem »dignité« über alles ging! – ja, das war schön. Ich sah ihn durch das Fernrohr von der Kommandobrücke aus, und er blieb stehen, damit ich ihn sehen könne, obwohl er mich längst nicht mehr sehen konnte.

Pöbel und Gaffer, wie sie sich immer auf dem Molo bei der Abfahrt eines Schiffes herumtreiben, umstanden ihn und unterhielten sich auf ihre Art. Er blieb trotzdem stehen. Ich sah durchs Fernrohr, wie die Gesellschaft sich verabschiedete und auseinander ging, sah, wie Gräfin Etelka am Arm ihres Mannes, des kleinen Conte, absegelte und wie die Barozzi, die dicke vipère, wegrollte.

Und ich sah ihn stehen, bis er nur noch ein schwarzer Punkt für mein Auge war und der Hafen von C. mir entschwand.

Dann verließ ich die Kommandobrücke. Da bemerkte ich, daß neben der Schiffsflagge noch eine zweite gehißt war. Der Kapitän hatte die ottomanische Flagge hissen lassen, – eine Aufmerksamkeit für die Braut des Funktionärs einer fremden Großmacht. Die Flagge blieb auf Mast, solange ich an Bord war, – ich segelte dahin im Zeichen des Halbmonds.