Du bist die Ruh', du bist der Friede! – spricht die erlöste Liebe.


Er, – er »beschäftigte« mich. Er »füllte« mich. Mit Hangen, Bangen, Sorgen, Kombinationen, mit seiner ganzen Person füllte er mich, daß nichts anderes mehr in mir sich rühren und regen konnte. Immer wenn er wegging, ließ er etwas zurück, was Sorgen und Schmerzen machte und mit dessen »Erwägung«, besser gesagt Verschluckung und Verdauung ich bis zum nächsten Tag, wo er wiederkam, reichlich zu tun hatte.

Er »füllte« mich mit sich, – daß ich mir selbst abhanden kam, ob dieser »Fülle«.


Er wechselte jeden Tag die Gestalt und zwang mich, sie mit zu wechseln. Läßt es sich ermessen, das Gräßliche? Es ist dies die reine »Idee« der Zerstörung: eine Seele will Form werden, und eine andre Hand preßt sie immer wieder in eine andere Biegung. Und sie läßt sich biegen, eine Zeitlang wenigstens, bis ihre ureigenste Gravitation nicht übermächtig geworden ist. Sie hat ja Ansätze zu allem in sich, so eine Seele, Verwandlungskräfte. Die zu mißbrauchen, irrezuleiten, sie durcheinander zu brauen, in wüster Hexenküche, ist ein wahrhaftiges Teufelswerk.

Diese »Spannung«, – wie wird er heute kommen, – fraß meine ganze Zeit und meine ganze Kraft. Noch heute ist es mir in der Erinnerung.


Wie erwürgt war ich. Er ermunterte mich »sing', sing'«. Nicht einen Ton konnte ich singen, – wie ich ja auch kaum die Kraft fand, auch nur einen Brief zu schreiben. Was ich zu singen versuchte, war heiser, holprig, ein armes Gekrächze.

Anfangs, bevor ich ganz stimmlos wurde an ihm, hörte auch er meine Stimme gern.