Er, er hatte das Wort! Das einzelne Wort! Jedes einzelne: ein bewußt herbeigeholter und behauener Quader. Jedes einzelne! Aber – als ganze Masse wirkten diese Quader dunkel und lastend, schier dräuend. Und wuchteten nieder, wie ein Bau, den keine Kuppel, keine Wölbung, keine Weitung von der Erde erlöst, der sich selbst in den Boden zu drücken scheint. Das schwerte in Grund und Boden hinein. Auch fehlten diesen Bauten oft die – Fenster. Innen war alles solid, gediegen, durchaus anständig und komplett eingerichtet. Aber die – Fenster, durch die man hätte herausblicken können ins Unbegrenzte, ins Freie, ins andere, die, ja die fehlten meistens, wie weiland im Rathause zu Schilda. Dafür waren Versenkungen da, die sich plötzlich zu den Füßen des ahnungslosen Besuchers auftaten und ihn angähnten in undurchdringlicher Abgründigkeit.

Beinahe vollendet in ihrer Art waren seine Gedichte Was war es, daß sie trotzdem bei denen, die für uns in Frage kamen, nicht eine volle Würdigung finden ließ? Es war, ich glaube, es war der Geist, aus dem diese Dichtungen kamen. Dieser Geist, der verfallen schien, jenen Mächten verfallen, die wir in der Fünften Symphonie gehört hatten, gleich in den Eingangsakten, wo »das Schicksal an die Tür klopft«, wie Beethoven selbst es nannte. In vier Noten klopft da das Schicksal an die Tür:

Dunkle Mächte sprechen durch diese Noten, Mächte, die die lichte Lebensstimme, die beschwörend, beschwichtigend hineinsingt in sie, – so süß, ach, so süß, –

immer wieder überdröhnen.

Ihnen gehörte er, – er konnte nicht anders.


Ich brachte ihm ein Buch von Fiona Macleod: Schottische Balladen.

Kein Werk, das uns irgendwie durch seinen Gedanken hätte interessieren können, aber »geschrieben« war es! Die Kraft der Anschauung, die reinliche Durchführung der Bilder, neuer, originärer und doch wie notwendig sich ergebender Bilder, die er an Frauenbüchern immer vermißte, hier waren sie.