Er las und – staunte. »Allerdings,« sagte er, »das hätte ich einer Frau nicht zugetraut! Allerdings.«


Kurze Zeit darauf saßen wir in einem Café. Beide hinter Zeitungen vergraben. Plötzlich fährt Dimitri, »wie von einer Tarantel gestochen« (warum soll ich mich nach einem neuen, originäreren Bilde umsehen, da dieses alte von so anschaulicher Kraft ist?) empor.

»Da, da«, und er reicht mir ein illustriertes Blatt in einem Tempo über den Tisch, daß ein Wasserglas davor herunterfliegt. »Da, da!«

Was war da?

Da war ein schönes Männerporträt, mit hoher Stirn, klugen Augen und stattlichem Vollbart und darunter stand: Fiona Macleod.

So etwas von Triumphgeheul habe ich in meinem ganzen Leben nicht gehört!


»Deine Fehler kann ich dir nicht verzeihen!« sagte er. Ja, welche Fehler waren denn das?

Ich sinne darüber und kann sie jetzt in mir nicht auffinden, und dennoch weiß ich, daß er nicht ganz unrecht hatte, daß sie wirklich da waren. Es war, glaube ich, so, daß sein Wesen viel Auflehnung in mir hervorrief. Und nicht nur indem ich ihm entgegen war, sondern auch, indem ich – schmiegsam war, schadete ich mir vor ihm, und wir kamen nicht zu dem gewünschten Austausch in Harmonie. Daß er selbst jeden Tag ein anderer war, wirkte auf mich zerstörend und erschütterte den Ausgleich. Fehler war, was ich gestern gewesen war, um seinem Wesen von gestern zu entsprechen. Als zerwühlend empfand ich es schon damals triebhaft, – diesen verwirrenden Wirbeltanz mitgemacht zu haben.