Er nannte sich oft einen »Lieblosen«. Er irrte sich. Er war kein Liebloser. Nur ein Ungebärdiger war er. Aber aus dieser seiner erschreckenden Ungebärdigkeit kam all dieses Zerstörende. Er war ungebärdig, selbst der Schönheit, dem Glück gegenüber. Wenn etwas einmal, zweimal, dreimal schön gewesen war, zum Beispiel unser Zusammensein, nun mußte es anders sein! Er hätte es nicht ertragen, wenn es heute wieder schön gewesen wäre!

Ach, und man wußte, daß, da es zweimal, dreimal schön gewesen war, es heute anders sein – mußte. Ein Ungebärdiger. Seine Unweisheit, seine Lieblosigkeit, seine Wildheit, alles aus dieser Quelle.

Es hätte so mit mir kommen müssen wie mit – Helene. Mit mir?


Etwas über drei Monate war ich mit ihm. Vom ersten Bekanntwerden bis zum letzten Fallen des Vorhangs – hundert Tage. Und welch' eine Fülle war in dieser Zuversicht, schon nach drei Wochen. Wie war sie da schon ganz und gar gewährt.

Waren es denn nicht drei, nein dreißig, nein dreimal dreißig – Jahre?

Hundert Jahre fühlte ich über mir!

O mein Elba!

Seit wann sind wir hier zusammen? Über ein halbes Jahr ist seit deinem ersten Besuch verflossen. War es gestern? Es muß gestern gewesen sein. Ein erster betauter Tag! Und doch: als wäre es immer so gewesen. Hold und zeitlos ist das, was zwischen uns.