Nur in »wirbelnden Blättern« wahrlich kann ich dir von Dimitri und meinem Leben mit ihm sprechen, Freund. Keine »Erzählung«, die chronisch herunterfließt. Unendlich ferne liegt es hinter mir und zittert doch noch nach ...


Wie ich mich veränderte, sagten mir andere. »Du wirst alt an diesem Mann«, sagte meine Mutter.

Mein Mund, den er immer »ein wenig geöffnet«, dessen Winkel er immer »schwebend« sehen wollte, ach, er preßte sich zusammen unter dem, was aus seinem Munde kam. Und die Mundwinkel, die »schweben« sollten, sanken – traurig und vergrämt.

Aufgewühlt von tausend Unsicherheiten, bot er mir nicht genügend Sicherheit für mein Frauenbedürfen und zu wenig Gewähr. Unsicher in seinem Inhalt, in allen seinen Ansichten, die sich niemals bis zu Überzeugungen festigten, unsicher in der Beobachtung, unsicher in seinen verschiedenen einander so widersprechenden Anschauungen, mischten sich doch diese verschiedenen Elemente in ihm zu einer Persönlichkeit von unerhörter Tragik und Gewalt, der niemand die Erkennung versagte und niemand den Gruß am Weg und die doch noch nicht begnaden konnte, weil sie noch nicht die ausgleichenden Kräfte der Reife hatte und daher im augenblicklichen Gefühl zerstob ...

Auch in der äußern Form entbehrte er manches, auch sie entnahm er zu sehr dem Augenblick, ohne ihre Bedeutung genügend zu würdigen.

Mangel an Sicherheit am Manne ist beängstigend für die Frau. Er hätte mich mehr beschützen müssen, aber er war zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Und so fühlte ich mich preisgegeben neben ihm und schutzlos.


Er verriet und vergaß seine eigenen Ideale von gestern zu heut. Thmyan, die Hetäre, Rebekka, die Adelsbezwungene, oder das »süße, kleine, schlanke Mädchen«, sie waren wütende Rivalinnen um seine, ach so wenig verläßliche Gunst.

Und ich? Ich hätte mich nachbilden müssen, jedem Tag einem anderen Idol.