Ich lag wortlos und stöhnte nur manchmal leise. Er saß und zupfte die Fiedel, pianissimo.

Solches haben wir erlebt miteinander, Dimitri Gruschk und ich.

Stunden vergingen so ...


Eines Tages kam er: »Sprich nicht, – deine Worte sind umsonst! Schau nicht, – deine Blicke sind umsonst! Ich bin leer, leer.«

Ich saß verzweifelt. Das Unglück, das über uns geschwebt hatte, war also richtig hereingebrochen: Er war »leer«. Wie sollte ich ihn »füllen«? Unmöglichkeit.

Um diese Zeit erhielt Dimitri einen Brief von seiner Schwester, die in Zürich Medizin studierte. Eine Kollegin von ihr, eine Russin, kam auf der Durchreise nach der Heimat nach Wien und hatte hier eine Erbschaftsangelegenheit zu ordnen. Dimitri sollte ihr mit Rat und Tat beistehen.

Die Dame kam und nahm Dimitri so sehr in Anspruch, daß er manchmal nur auf einen Sprung zu mir kommen konnte. Als Jurist konnte er ihr in ihrer Angelegenheit sehr dienlich sein. Aber auch »als Mensch« brauchte sie ihn, wie er mir sagte.

So oft ich ihn in diesen Tagen traf, fand ich die russische Studentin in lebhafter Konferenz mit Dimitri.