Ich kam ganz gut nach Hause. Ich ging langsam und beinahe heiter durch die Straßen. Ich weiß nicht, warum das so war. Zu Hause angelangt, heizte ich mein Feuer im Ofen. Ich legte soviel Kohlen nach, als darin Platz fanden. Mich fror sehr. Der Herbst war naßkalt und neblig.

Es wurde warm im Zimmer, wenn auch nicht warm genug für mich. Schließlich hüllte ich mich in Decken und legte mich aufs Sofa, stellte die Lampe neben mich und las ein Buch: den Briefwechsel Wilhelm von Humboldts mit seiner Braut und Frau – – –


Gegen elf Uhr läutete es. Ich kannte dieses Läuten: Dimitri. Das hatte ich nicht erwartet.

Ich öffnete, ohne im Vorzimmer Licht zu machen, klinkte die Türe auf und ging zurück in mein Zimmer. Er folgte.

Er sah verwüstet aus. Wie jemand, der sich obdachlos herumgetrieben, kam er mir vor. Seine Augen waren weit aufgerissen, die Pupille tanzte im Weißen. Er sank in einen Sessel. Plötzlich brach er in Schluchzen aus. Als wollte er sein Gesicht verbergen, warf er es in meinen Schoß.

Ich streichelte seinen Kopf und beruhigte ihn mit den besten Worten, die ich fand.

Er blieb lange so, dann gestand er alles.


Dieses Erlebnis ging wie ein Riß durch seine empfindliche Natur; für sensible Menschen gibt es in dieser Sphäre keine Bedeutungslosigkeit. Es ist immer ein Einbruch in die innerste Natur, eine Kraftausgabe. Geschieht sie zu Unrecht, so bleibt ein Riß, ein Chock, eine Verwundung des innersten Wesens zurück.