Und ich blieb – objektiv. Hörte das alles, entgegnete darauf ganz »sachlich« und nahm es alles – ernst.

Er, der innerlich Abhängige, wie hätte er sie ertragen, diese Art »Abhängigkeit« die die Liebe bedeutet. Nur Unabhängige ertragen diese Abhängigkeit und vergöttern sie! Nur Freie reichen dem Weibe lächelnd beide Hände: Binde mich, du!

Goethe schrieb an die Stein: »Kniefällig bitte ich dich, lasse mich wieder einwohnen in der Heimat deines Herzens!«

Wagner an Mathilde: »Wie sehr ich von dir abhänge, du Geliebte! Das habe ich in dieser Zeit wieder so recht inniglich empfunden.« Und als sie ihn auf den Trost durch sein Schaffen verwies: »Mein wahrer Ernst ist nicht dabei! – – – O glaube! glaube mir, daß nur du mein Ernst bist!«

Lenau an Sophie: »Ich bin dir ganz verfallen. Wohl mir, daß ich es bin!«

Herwegh an seine Braut: »Ohne dich, merk' es, ist es zu Ende mit mir und mein Licht ist ausgeblasen.«

Sie knirschten nicht, diese Leute, da sie in »Abhängigkeit« geraten waren, sondern, die Sonderbaren, alle Throne der Welt hätten sie ausgeschlagen gegen diese Hörigkeit. Ja, ihr Werk, ihr Lebenswerk selbst, es erschien ihnen nichtig gegen diesen anderen Lebenswert. Ein Wagner nannte sein Werk – sein Werk! – unernsthaft gegen diesen Ernst seiner Liebe.

Sie knirschten nicht, diese Leute. Denn sie fühlten nicht nur diesen Lebenswert, sie wußten ihn. Deutlich!


Er aber wußte nicht. Daß vielleicht eine andere als ich ihm diese Bewußtheit und Seligkeit und darum Erlösung wird geben können? Ich glaube es nicht. Denn sein Ideal war ja eben das Unbewußte. Die Sphinx mit der Tatze sollte kommen und sein Bewußtsein betäuben. (So wünschte er sich's: Untergang in diesem Erlebnis!) So wäre seine Erlösung zusammengefallen mit Vernichtung. Die Melodie der dunkeln Mächte behielt die führende Stimme in ihm, nichts konnte sie übertönen.