Irr – irr – ich wußte nichts mehr. Nichts mehr von mir vor allem. Zerpflückt und zernagt war ich in hunderttausend Fetzen. Was war Ernst? Was war Faselei? Wo war eine Wahrheit?

Und keine Stimme war da, das war das Schlimmste. Die Stimme, die Stimme, sie schwieg mir, – die Stimme meiner selbst. Ein Fremdes besaß mich, es hatte mir die Stimme gewürgt. Ich war in Besitz von etwas anderem, – Dunklem, Fremdem, Grauenhaftem, Unerklärlichem, – ich hatte mich nicht mehr, es besaß mich, und konnte mit mir machen, was es wollte.

Irrsinn – Besessenheit ...


Ich muß es tragen, – so hatte ich mir gedacht. Aber es kam anders.

Eines Abends hatten wir einen Wortwechsel. Es gab ja keine Stunde des Friedens mehr. Ich war nun auch nicht mehr bei klaren Sinnen. Ich weiß, daß ich aufschrie und meine Hände ballte gegen ihn.

»Warum, warum«, rief er mir zu. »Ich kann nicht aufkommen für dein Elend. Ich richte Unheil an, wohin ich greife. Rette dich! Sieh dich an« – und er riß mich beinahe zum Spiegel –, »du bist nicht wiederzuerkennen. Ist das die Frau, die ich vor drei Monaten sah? Warum läßt du dich denn zerstören, du! Dafür hasse ich dich, daß du dich zerstören läßt, du, wie die andern, an die ich gerührt habe, dafür verachte ich euch alle zusammen.

Und was habe ich denn davon. Furcht habe ich vor dir –«

Es blieb totenstill.

Plötzlich fühlte ich, wie er mir den Kopf hob.