Nun habe ich soviel, soviel geplaudert in diesen Blättern.
»Für wen aber führt sie diese Blätter?« Ja, das ist das Geheimnis. »Wo ist der Freund, von dem sie immer spricht?«
Wo steckt er? Vexierbild. Dreht einmal das Buch um, dreht es nach allen Seiten, und vielleicht merkt ihr dann, wo er steckt. Vexierbild.
Der Freund kam in das Buch, der Freund kam in das Leben, – während ich plauderte. Er trat ein bei mir, und ich merkte es selbst nicht, daß er es sein sollte. Wie hätte ich es denn in diesen Blättern merken lassen sollen, früher, da ich es doch selbst so spät merkte.
Er trat eines Tages ein und sagte: »Daß ich Sie nun wiedersehe, nach so vielen Jahren! Wie kommen Sie in diese Stadt? Wie ist es Ihnen ergangen seit damals, wo ich Sie das erste- und letztemal sah, – an Ihrem Hochzeitstage?«
Und ich erzählte ihm, wie es mir ergangen.
Auch daß ich meine Stimme verloren hätte, erzählte ich ihm. Aber das wollte er nicht glauben.
Und da er ein Musiker ist und ein Meister – nahm er sich meiner Stimme an. Musik kam mir von ihm. Und er rief und lockte die Stimme.
Und eines Tages, als mir viel Musik von ihm gekommen war, – da schien mir's, als wäre ein Schweres von meiner Brust gewälzt und ein Scharfes und Stechendes aus meiner Kehle genommen.