Das Badeleben stand in vollster Blüte; es waren besonders viele und nette Fremde, in erster Linie Damen, aus den europäischen und amerikanischen Niederlassungen Chinas und Japans herbeigeströmt, um sich an Tsingtaus Schönheit zu erfreuen und in dem „Ostende des fernen Ostens” das Badeleben zu genießen.

Es war eine ganz herrliche Stimmung. Auto- und Reitpartien, Polospiel und Tennis füllten die dienstfreien Stunden aus, und besonders schön waren abends die Reunions, bei denen Terpsichore voll zu Ehren kam.

Wie auch in den früheren Jahren waren die Engländerinnen unter den Gästen am stärksten vertreten, und bald entwickelte sich ein reizender Verkehr.

Anfang August sollte ein Polowettspiel stattfinden, zu dem wir als Gegenspieler den englischen Poloklub in Schanghai eingeladen hatten.

Da, am dreißigsten Juli, traf wie ein Blitz aus heiterem Himmel der Befehl der „Sicherung” in Tsingtau ein!


Kriegsalarm — Meine Taube

Ich weiß es noch wie heute.

In aller Frühe kam eine Ordonnanz in unsere Villa und überbrachte Patzig und mir den Befehl, umgehend zum Abteilungskommandeur zu kommen, es wäre Sicherung befohlen. Wir dachten natürlich, es sei nur eine Übung, und redlich brummend ob der Störung der Morgenruhe begaben wir uns an den befohlenen Ort. Hier erhielten wir die Bestätigung der kaum faßbaren Kunde. Und im Inneren fest daran zweifelnd, daß es Krieg geben würde, eilten wir auf unsere Gefechtsstationen und begannen mit den notwendigen Arbeiten.