Ja, weiß Gott, das war ich mir!

Und ich hatte nichts mehr weiter im Kopfe als die feindlichen Stellungen, und stundenlang überkreuzte ich sie im Geiste immer wieder und ging mit mir zu Rate, ob ich das, was ich gemeldet, wirklich gesehen, ob ich mich nicht vielleicht getäuscht hätte, und ob nicht dadurch die wenigen Granaten, die wir besaßen, durch meine Schuld nutzlos verschossen wurden.

Und wenn ich dann mein Hirn stundenlang zermartert hatte, schlief ich manchmal gegen drei Uhr morgens, an Geist und Körper zerschlagen, ein. Und kaum, daß ich eingeschlafen war, da kam die Pflicht, und mein Monteur stand vor mir und meldete mir mein Flugzeug klar.

Da gab's dann kein Zögern mehr.

Und bald stand ich an meiner Taube und prüfte alle Teile noch einmal genau.

Oft wollten mir dann meine Nerven noch schnell einen Streich spielen, und auch mein Magen klappte zusammen.

Aber wenn ich erst auf meinem Führersitz saß, den Gashebel in der Hand hatte und meinen Leuten mit dem Kopfe ein Lebewohl zugenickt hatte, dann gab's nur eins für mich: Ruhe und den eisernen Willen, meinen Auftrag auszuführen.

Und wenn erst der Start hinter mir und ich glücklich einige hundert Meter hoch war, dann war alles wieder in schönster Ordnung.

Eins kam hinzu, was mich besonders niederdrückte: das war die furchtbare Einsamkeit, das ewige Alleinsein in meinem Flugzeug. Ja, hätte ich einen Kameraden mit mir gehabt, und wäre es auch nur gewesen, um ihm ab und zu zunicken zu können, das würde für mich eine wahre Erleichterung gewesen sein.

Und wenn ich mehrere Tage des schlechten Wetters oder meines Propellers wegen nicht hatte fliegen können und wieder über den feindlichen Linien schwebte, dann hatte sich so furchtbar viel verändert.