So oft der D-Zug hielt, kroch es kalt über meinen Rücken, und ich dachte: Ha, jetzt holen sie dich! Und wenn gar draußen viele Stimmen laut wurden, dann war ich überzeugt, daß meine letzte D-Zug-Fahrt in diesem Kriege gekommen wäre.

Nichts ereignete sich. Den Gebrauch des Telegraphen zu Verhaftungen schienen die Chinesen Gott sei Dank noch nicht zu kennen, und so lief planmäßig um sieben Uhr früh der Zug in Schanghai ein. Jetzt kam noch die gefährliche Klippe der Bahnsperre; sie wurde überwunden.

Dann kam eine schnelle Fahrt im Rickschah durch den chinesischen Stadtteil, in dem die chinesischen Behörden noch Gewalt über mich hatten, und endlich bog mein Wägelchen in die Europäerstadt ein.

Hurra, ich war frei!

Nun konnte keiner mehr von mir was wollen.

Hocherfreut fuhr ich zu einem deutschen Bekannten, der mich in liebenswürdigster Weise aufnahm.

Drei volle Wochen blieb ich in dieser Stadt, ehe es mir nach vielen Mühen gelang, meine Reise fortzusetzen.

Drei volle Wochen voller Erlebnisse und voller Gefahren des Gefangenwerdens, voll von Versteckspielen.

Was war natürlicher, als daß ein Oberleutnant zur See P. nicht bekannt war und auch der Herr Meyer, der einige Tage da gewohnt hatte, abgereist war?

Daß ein Mr. Scott für einige Tage gute Bekannte besuchte, das ging doch keinen was an. Aber ich mußte nun vorsichtig sein. Besonders, da ich außerordentlich viel Leute in Schanghai kannte, zum Teil noch Engländer usw., die noch kurz vor dem Kriege mit mir in Tsingtau zusammen gewesen waren.