Es war schlechtes Wetter, starker Seegang, und nicht mal das Fallreep war gefiert. Nach vielem Rufen und Schreien bemühte sich endlich jemand, das Fallreep herabzulassen, und mit „dem” Koffer in der Hand bestieg Mr. McGarvin das Schiff.

Kein Mensch kümmerte sich um mich. Das Deck war nur halb erleuchtet, und schließlich ging ich an einige Schiffsoffiziere heran und fragte sie nach meiner Kabine. Ein unwilliges Gebrumm, welches auf deutsch hieß: Laß mi mei Ruh', antwortete mir. Aber als ich diesen Herren mein Billett unter die Nase rieb, da änderte sich die Situation mit einem Schlage. Tiefe Verbeugungen und Entschuldigungen. Ein Pfiff aus der Batteriepfeife eines Offiziers, und herbei rauschten mehrere Stewards, voran der weiße Obersteward. Die Deckslampen flammten hell auf. Die Stewards rissen sich um „den” Koffer, und voll Dienstbeflissenheit geleitete mich der Obersteward in meine Luxuskabine. Er floß förmlich über vor Höflichkeit.

„O, Mr. McGarvin, warum kommen Sie denn heute schon, der Dampfer geht doch erst übermorgen früh, das ist doch heute mittag in Schanghai überall bekanntgegeben worden!” Ich machte ein wütendes Gesicht und tat empört darüber, daß mir als Inhaber einer Luxuskabine das nicht mitgeteilt worden sei.

Dann kam mein feister chinesischer Kabinensteward. Die Ruhe und die Vornehmheit in eigenster Person. Beinahe hätte er mich in Verlegenheit gebracht. Durch einen seiner Unterboys ließ er meinen Koffer hereinbringen und fragte im zweifelnden Tone, ob das denn das ganze Gepäck wäre.

„Ja”, sagte ich.

„Oh,” meinte er, „da sind die anderen Gepäckstücke wohl schon im Gepäckraum?”

„Aber natürlich, meine schweren Koffer sind bereits gestern verladen worden, und ich hoffe sehr, daß der Lademeister gut auf meine wertvollen Strandkoffer achtgeben wird.”

Ach der gute Chinaxe, wenn der geahnt hätte, daß ich schon stolz war, diesen einen Koffer zu besitzen, und selbst dieser war bedenklich leicht!

Endlich, am fünften Dezember Neunzehnhundertvierzehn, abends setzte sich der Dampfer „Mongolia” in Bewegung.

Trotz des schönen Wetters und des guten Essens erkrankte plötzlich am nächsten Tage Mr. McGarvin. Was es war, konnte er selbst nicht genau sagen. Wahrscheinlich eine schwere Fischvergiftung, und schleunigst wurde der Schiffsarzt geholt. Dies war ein glänzender Mann, Sportsmann durch und durch und für jeden köstlichen Scherz sofort zu haben. Seine anfangs besorgte Miene nahm schnell einen erstaunten Zug an, als ihm aus der Koje des vermeintlich Todkranken ein blühendes, braun verbranntes Gesicht entgegenleuchtete.