Der Feldwebel tastete an meinem Körper herum, plötzlich klimperte etwas in der linken Brusttasche meines Hemdes.
„Was ist das?”
„Ich weiß nicht!”
Nun griff er in die Tasche hinein, und was holte er heraus?: ein wunderschönes Zwanzigdollarstück aus bestem amerikanischem Golde und außerdem ein kleines Perlmutterknöpfchen, welches mich durch das Gegenschlagen gegen das Geldstück bei der Untersuchung verraten hatte. Ich sage ja, das hat man von der Ordnungsliebe! Hätte ich das Knöpfchen zwei Tage früher fortgeworfen, statt es sorgfältig aufzubewahren, wäre dies nicht passiert. Der englische Soldat freute sich, derlei Scherzchen schienen recht oft vorgekommen zu sein. Doch nun untersuchte er genauer. Und zu meinem Kummer holte er mir auch aus der anderen Hemdentasche und aus den beiden Hosentaschen noch je ein schönes Goldstück heraus; und dazu leider auch noch meine kleine Browningpistole, die mich nun schon so treulich all die Monate lang begleitet hatte.
Als ich fertig ausgeplündert war, durfte ich mich wieder anziehen und zu den anderen Leidensgenossen in den Gefängnishof treten.
Dann ging's in unsere zukünftigen Quartiere. Etwa fünfzig zivilgefangene Deutsche empfingen uns mit lautem Hallo. Diese saßen schon seit Beginn des Krieges hier und hatten ihren Humor scheinbar vollständig wiedergefunden. Unsere neuen Kameraden luden uns gleich zum Essen ein, und wie die Wilden stürzten wir auf den von den Gefangenen selbst hergestellten Brotpudding.
Dann ging's an die Arbeit.
Erst mußten wir Kohlen und Wasser schleppen. Wir wurden ungefähr der Größe nach verteilt, und durch Zufall kam der schmierige Schweizer, vor dem ich mich auf dem Dampfer schon geekelt hatte, mit mir zusammen. Es stellte sich heraus, daß er auch Schlosser war, also denselben Beruf wie ich erwählt hatte.
Später, wo wir beide dann dauernd zusammen waren, korrigierten wir etwas unseren Beruf, und zwar waren wir dann nicht mehr Schlosser, sondern Schloßherr.
Damit übervorteilten wir keinen, und die Sache hatte vor allen Dingen den Vorteil der Billigkeit, und daß sie sich durch eine einfache Änderung in der Aussprache bewerkstelligen ließ.