Ich fühlte mich beinahe verletzt und dachte, es wäre eine Laune.

Sven schüttelte nur den Kopf und blieb stille sitzen.

„Aber warum denn?“

„Ja, ich sitze hier und warte auf Mama,“ sagte das kleine Brüderchen mit großer Bestimmtheit.

„Aber Du weißt doch, daß Mama erst viel später herauskommt. Mama ist nicht so gesund wie früher, und sie muß morgens lange liegen, weil sie in der Nacht nicht schläft.“

So verhielt es sich auch, und wenn uns das nicht hinderte, unser Sommerglück zu genießen, so kam es nur daher, daß wir uns im Laufe der Jahre so sehr daran gewöhnt hatten, daß die Kränklichkeit meiner Frau zeitweise wiederkommen mußte, daß dieser Umstand uns nur ganz natürlich und alltäglich schien.

Sven ließ sich jedoch durch keine Vernunftgründe beeinflussen, sondern blieb eigensinnig sitzen.

„Ich weiß, daß sie heute kommt,“ sagte er.

Ich lächelte über seine Sicherheit und ging weiter, während ich weniger an seine Voraussage als an diese allumfassende Liebe eines Kindes dachte, die weit über seine Jahre hinausging und die den Knaben veranlaßte, unthätig mit ein paar Blumen in der Hand dazusitzen, nur um es nicht zu versäumen, die Mutter im selben Augenblick, in dem sie sich zeigte, zu begrüßen.

Aber während ich so weiter ging, wendete ich mich plötzlich um, und da sah ich den weißen Hut und das leichte, geblümte Kleid meiner Frau zwischen den Jasminbüschen auftauchen. In demselben Augenblick hörte ich einen gellenden Schrei von Sven.