Schloßt Du die Bahn,

Du sangst im Tode:

Du warst doch ein Schwan.

Weder früher noch später habe ich dieses Lied so gehört. Während sie sang, kamen die Knaben sachte herein, nach einander kamen sie und blieben stumm in der Thüre stehen. Sie sahen mich verwundert an, als glaubten auch sie ihren Sinnen nicht, und ich nickte zur Antwort, während meine Augen feucht wurden. Als die letzten Töne verklungen waren, war es still im Zimmer, aber still wie zu einer Feierstunde.

Meine Frau stand auf und schloß den Flügel.

„Ich kann heute nicht mehr,“ sagte sie wie zur Entschuldigung.

Aber dann sah sie uns alle an und begriff, welche Freude sie hervorgerufen. Ihr Gesicht leuchtete auf, sie ging an mir vorbei und auf die Knaben zu, zog sie an sich und drückte beider Köpfe an ihre Schultern.

„Dankt dem kleinen Brüderchen,“ sagte sie. „Er hat mir geholfen.“

Sie sagte das nicht krankhaft wie früher, nicht in dem beinahe feindlichen Ton, den sie angeschlagen, wenn sie glaubte, daß wir Lebenden sie hinderten, dem Toten anzugehören. Sie sagte es weich und stille und beinahe glücklich, mit einem Ausdruck, als nähme sie Abschied von etwas Vergangenem, das niemals wiederkommen sollte.

7.