„Wir werden noch ein Mal ebenso glücklich werden,“ sagte ich.
Ich glaubte, was ich sagte, und ich nahm ihre Antwort für ein Versprechen.
„Ja, ja,“ antwortete sie hastig. „Im Sommer.“
Sie hörte mir zu, als ich von den Freuden unserer Jugend erzählte und von den Schären, die immer unser liebstes Heim gewesen.
„Wir werden zwischen den Inseln umherfahren und in der Nachtbrise segeln,“ sagte sie.
Und als ob quälende Erinnerungen sie störten, rief sie aus:
„Du mußt das vergessen und nie daran denken, was ich Dir in diesen letzten Jahren gesagt habe. Ich bin so wunderlich gewesen und habe mich selbst nicht verstanden. Oft, oft war es mir, als spräche ein Anderer durch meinen Mund, ohne daß ich es verhindern konnte. Du hast alles geben müssen, und ich habe nur empfangen. Aber das wird anders werden. Wenn ich nur gesund werde.“
Ich beschwichtigte sie und bat sie, nicht zu viel zu sprechen, allzu glücklich, um mehr sagen zu können.
„Ja, ja,“ sagte sie. „Ich habe zu Dir geschwiegen und zu Anderen gesprochen. Und wer sind die Anderen? Dumme Menschen, die nichts verstehen.“
Sie schloß die Augen und schlummerte ein. Stumm blieb ich an ihrem Bette sitzen und betrachtete sie. Sie hatte beinahe dasselbe Gesicht wiederbekommen, wie zu ihrer Mädchenzeit, als ich in meinem Bett erwachte und sie zum ersten Male schlafend sah. Schwere Freudentropfen fielen aus meinen Augen, und während der Aprilschnee sich dort draußen auf die harte Erde hinabsenkte, fühlte ich, wie mein eigenes Herz auftaute.