In diesen Tagen mußte ich oft, ohne daß ich mir klar machen konnte, wie oder warum, an Elsas und meine Fahrt zum Meere denken. Sie kam mit der Erinnerung an meinen stummen Kampf, sie dahinzubringen, das zu lieben, was mir teuer war; und die Erinnerung, wie es mir gelungen und doch nicht gelungen war, reizte und beunruhigte mich zugleich.

Sie kam mir in den Sinn, als ich in diesen Tagen der Genesung mit der Hand meiner Frau in der meinen dasaß und sie ihren Kopf an meine Schulter lehnte.

„Daß ich so weit weg von Dir gewesen bin,“ sagte sie eines Abends. „Daß ich so weit weg gewesen bin. Das war nur, weil ich glaubte, Du wolltest mich verhindern, zu Sven zu gehen.“

„Das willst Du ja jetzt nicht mehr?“ sagte ich.

„Nein, nein,“ sagte sie. „Jetzt will ich bei Dir bleiben. Aber ich habe so viele häßliche und dumme Gedanken gedacht in dieser Zeit.“

Ihre Stimme wurde wie die eines Kindes, das ein Vergehen gesteht, so daß ich lachen mußte, als ich sie hörte.

„Nein, lache nicht,“ fuhr sie fort. „Denn es ist wahr, ich habe geglaubt, Du verstündest mich nicht, und ich habe es auch gesagt. Kannst Du mir verzeihen?“

Sie sprach so tief ernst, daß ich ganz gerührt wurde, und um sie nicht noch mehr zu erregen, antwortete ich in einem Tone, den ich so munter als möglich zu machen suchte:

„Ist das die einzige Sünde, die Du auf dem Gewissen hast?“

„Nein, nein,“ sagte sie, „aber gegen Dich weiß ich keine andere.“