„Ja, die bewachen das Haus“, sagte der Propst und hustete. „Es ist nur schwer, ihnen das Bellen abzugewöhnen.“

„So“, sagte Ernst und fuhr fort, hinauszusehen. Der Adjunkt und der Propst fingen eine Unterhaltung über die letzten Veränderungen im Stift an.

Ernst beobachtete inzwischen, wie der Hühnerhund dalag und die große Hündin anblinzelte. Aber er wagte sich augenscheinlich nicht an sie, weil er vor dem großen Hofhund Angst hatte.

Die große Hündin blinzelte zurück; zuletzt erhob sie sich, gähnte laut auf, streckte sich und verschwand gemächlich hinter dem einen Nebengebäude.

Jetzt erhob sich auch der Hühnerhund, warf einen forschenden Blick auf den anscheinend schlafenden Hofhund, gähnte, streckte sich und verschwand ebenfalls hinter demselben Nebengebäude, aber in der entgegengesetzten Richtung.

Die verlassene Hühnerhündin und der große Hofhund lagen jetzt einsam auf dem sandigen Hofplatz.

Der Hofhund hob langsam den Kopf und blickte sich um. Er knurrte, das Fell sträubte sich auf dem kraftvollen Rücken, und mit majestätischen Schritten verschwand auch er hinter dem Nebengebäude, auf derselben Seite wie die Hündin.

Mit einer gewissen Spannung wartete Ernst auf den Tumult, der jetzt gleich die quälende Stille unterbrechen mußte.

Aber es entstand kein Tumult. Der Hühnerhund und die große Hündin kamen mit hängenden Ohren jedes von seiner Seite des Nebengebäudes und legten sich auf ihre alten Plätze in den Sand, gähnten und blinzelten ins Leere, als hätten sie nie andere als die allerunschuldigsten Absichten von der Welt gehabt.