Er hustete und ging auf seine Gäste zu.
„Ein köstliches Wetter hat der Herr uns heute geschenkt!“ sagte er.
Die drei Herren setzten sich. Wie gewohnheitsmäßig nahmen sie ihre alten Plätze ein, Ernst saß am Fenster und blickte hinaus auf den Hof, wo die Hunde lagen und sich sonnten, die Hühnerhunde an der großen Treppe, die Hofhunde vor der Treppe, die zum Nebengebäude führte.
Jetzt kam die Propstin. Sie trug ein schwarzes Kleid und eine goldene Brosche und hatte, wie der Propst, rote Augen. Sie erzählte, Amelie wäre noch nicht ganz fertig. Die arme Amelie! Sie hatte solche Angst, zu spät zur Kirche zu kommen!
„Wir haben alle ein bißchen zu lang geschlafen!“ fügte sie hinzu.
„Ja,“ sagte der Propst und hustete; „es ist Sabbat heute, der Ruhetag des Herrn!“
Langsam setzten sich alle um den Tisch, und das glattgekämmte Mädchen servierte still große Platten mit gebratenem Schinken, Beefsteak und Eiern.
Es war heute womöglich noch stiller als sonst im Pastorat. Kein Laut war zuhören im ganzen Haus; nur Löffel, Messer und Gabeln schienen in Bewegung zu sein. Aber auch sie wurden ängstlich gehandhabt, und wenn jemand ein Wort äußerte, so geschah es mit einer Stimme, die um Entschuldigung zu bitten schien: „Darf ich um das Salz bitten?“ „Ein bißchen Brot, wenn ich bitten darf!“ klang es halblaut. Ab und zu erklang die Stimme der Propstin, die den Gästen zusprach, doch mehr zu essen.
Nach dem Frühstück gingen alle in die Kirche, die jenseits der Straße lag.
Es war eine niedrige, altmodische Kirche, ohne Turm. Der Adjunkt und Ernst hatten sie nicht einmal bemerkt, als sie am Tag vorher daran vorbeigefahren waren. Sie lag ein bißchen abseits von der Straße auf einer kleinen Anhöhe, umgeben von einer hohen steinernen Mauer; daneben stand ein rot angestrichenes baufälliges Glockenhaus, von dem gerade der Klang der alten Glocken über die Häupter der versammelten Gemeinde hinklang.