Er drückte auf die Klinke und trat ein.
Eva Baumann saß auf dem Sofa, das an der Wand der Tür gegenüber stand. Ihre Augen hatten einen Glanz, als hätten sie viel gewacht, und als sie Ernst erblickte, errötete sie heftig.
Er blieb vor dem Ausdruck in ihrem Gesicht verlegen stehen; mit einmal fiel ihm alles ein, was gewesen war, eine peinvolle Ahnung bemächtigte sich seiner; und im selben Augenblick kam ihm auch der Gedanke, daß sie sich seinetwillen preisgab.
„Eva“, sagte er und streckte ihr die Hand hin.
Sie ergriff sie und sah ihm ins Gesicht, frei und offen. Ihr Gesicht war noch rot, aber die Augen waren ruhig und ihre Stimme lebhaft und klar.
„Es war mir etwas Natürliches, daß ich noch einmal herkam“, sagte sie. „Sie müssen mir darum nicht böse sein!“
„Ihnen böse sein...“
Er setzte sich neben sie aufs Sofa, aber sie rückte etwas von ihm fort.
„Doch“, sagte sie. „Es ist ja ein sonderbarer Einfall von mir. Aber ich konnte es nicht lassen. Ich bin ja nur ein Mädchen und habe so wenig gesehen von der Welt. Aber es ist etwas, was ich Sie fragen muß.“