Vorn gingen die Meßner eifrig und geschäftig umher, trieben die drängenden Volksmassen zurück und stellten sie in geordneten Reihen auf.
„Nicht so nah zum Altar. Platz für die Prozession und den Bischof!“
Dann hängten sie die vier Meßgewänder in geziemenden Zwischenräumen an den Altarschranken auf.
Plötzlich ward es ganz still in der Menge; der Weg zum Altar verbreiterte sich, die Hintenstehenden stellten sich auf die Zehen, um besser zu sehen, und durch die niedere Sakristeitür betrat die kleine Prozession die Kirche.
Zuerst kam der Bischof, hoch und gebieterisch, die goldene dreieckige Mitra auf dem Kopf, den goldenen Stab in der Hand. Um seine mächtige Gestalt hing das weite, in Seide und Gold gestickte und in allen Regenbogenfarben schimmernde Bischofsornat. Am Hals sah das faltige weiße Meßhemd hervor.
Hinter ihm kamen die Hilfsgeistlichen, je zwei und zwei. Vorn der Professor der Theologie Kumlander, neben ihm der Konsistorialnotar. Die Geistlichen im Ornat, der Konsistorialnotar in Frack und weißer Halsbinde. Nach ihnen kamen die vier, die ordiniert werden sollten, voraus Simonson und Ernst Hallin, alle in weißen Meßgewändern, die um die Mitte anschlossen und bis auf die Füße herunterreichten.
Unter den Klängen der Orgel schritten sie leise durch die Volksmenge und stellten sich um den Altar auf. Die vier Kandidaten in ihren weißen Gewändern beugten das Knie.
Als der letzte Akkord des Chorals verklang, wandte sich der Bischof der versammelten Menge zu. In der einen Hand hielt er das Meßbuch, in der andern ein langes feines Battisttaschentuch.
„Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ begann er.
Über der großen Menschenmenge lag vollkommenes Schweigen. Nicht ein Flüstern war hörbar, nicht ein Laut. Die jungen Kandidaten hatten sich erhoben und standen aufrecht in einem Halbkreis um den Altar.