Ernst Hallin wiederholte die Worte, wie sie ihm in den Mund gelegt wurden.
„Ich glaube an Gott Vater den Allmächtigen...“
„Ich glaube an Jesum Christum...“
„Ich glaube an den Heiligen Geist...“
Er war blaß vor Gemütsbewegung; kalter Schweiß bedeckte seine Stirn. „Die Sonne hat gesiegt!“ klang es in ihm. Was waren das für sonderbare Gedanken, die manchmal in ihm erwachten und ihn nicht einmal jetzt in Ruhe ließen! Was waren das für Gedanken?
Mit schwacher Stimme und niedergeschlagenen Augen beantwortete er des Bischofs Fragen; und als das Gelübde abgelegt werden mußte, das entsetzliche Gelübde, vor dem er sich so lang gefürchtet hatte, sprach er es ganz gedankenlos, ohne daß die Worte ihm einen tieferen Eindruck machten als jede beliebigen andern Worte:
„Ich, Ernst Hallin schwöre bei Gott und seinem heiligen Evangelium, zu dessen Verkündigung ich hiermit berufen und ausersehen werde, daß ich stets bei der reinen evangelischen Lehre verbleiben will, so wie sie im Worte Gottes, den heiligen Schriften des Alten und Neuen Testaments offenbart und durch das Augsburgische Glaubensbekenntnis und den Beschluß des Konzils zu Upsala im Jahre 1593 angenommen und verkündigt worden ist, also daß ich dawiderstreitende Lehren weder offenbarlich verkünden noch heimlich fördern will.“
Klar bewußt, was eigentlich vor sich ging, ward er sich erst, als der Bischof nach Ablegung des Gelübdes mit starker und gebieterischer Stimme die Worte sprach:
„Kraft der Vollmacht, die mir aus Gottes Gnaden von seiner Gemeinde anvertraut ist, erteile ich euch hiermit das Predigeramt, im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“