Und Bruhn machte eine ungeduldige Bewegung mit den Achseln und warf den Kopf herum.
Adjunkt Hallin saß eine Weile ganz still da und blätterte im Cavallin. Es wurde doch mit jedem Jahre schwerer, um Geld zu bitten, wenn auch manche behaupteten, der Anfang wäre das schlimmste. Schließlich legte er das Buch weg, erhob sich und sagte mit gedämpfter Stimme, als wolle er eine lange Einleitung machen: „Ich möchte dich um einen Gefallen bitten.“
Professor Bruhn ließ den Rockschoß fallen und holte die Schnupftabaksdose heraus, die er von nun an unaufhörlich zwischen den Fingern drehte.
„So!“ sagte er. „Und was denn?“
„Weihnachten hat recht viel gekostet heuer.... Und in ein paar Tagen kommt Ernst heim.... Am ersten habe ich die Miete bezahlen müssen.... Ich hätt’ mich ja ganz gut einrichten können.... aber es kamen unerwartete Ausgaben.... könntest du mir fünfzig Kronen leihen bis zum nächsten Quartal?“
Der erste Teil der Rede ward langsam, in eigentümlich scharfem Ton, leise und mit beinah zitternder Stimme gesprochen. Der letzte Satz dagegen kam heftig und überstürzt heraus, ungefähr, wie wenn man eine schlechtschmeckende Arznei nimmt.
Professor Bruhns Gesichtsausdruck veränderte sich ganz plötzlich. Er brach in ein gutmütiges, geräuschvolles Lachen aus und machte die fürchterlichsten Grimassen, während die Schnupftabaksdose wie ein Ball in seinen Händen tanzte.
„Bist du ein verdammt komischer Kerl, Hallin!“ sagte er. „Gehst wie die Katze um den heißen Brei herum und mühst dich ab und schwitzst, wegen fünfzig Kronen! Selbstverständlich kannst du sie haben; mir liegen sie ja bloß da. Ich geh gleich und hole sie; dann hast du sie in der Pause.“
Und Professor Bruhn lachte immer lauter vor seinem Kachelofen, trampelte mit beiden Füßen auf den Boden, wand sich aus purer guter Laune und wiederholte in einem fort: „So ein komischer Kauz! Fünfzig Kronen! Hahaha! Das kommt davon, wenn man verheiratet ist! Jawohl!“ Und dabei sah er aus, wie ein vergnügter Tanzbär.