Er blickte wieder nach Ernst hinüber. Der gespannte Ausdruck in des Freundes Gesicht war gewichen; er lächelte.

„Ja — jetzt muß man sich also seine milchende Kuh verschaffen — zum Lohn für die Studienjahre!“ sagte er.

Pastor Simonson sah ihn forschend an. Er wußte absolut nicht, ob der andere ironisch sprach oder ernsthaft.

Ernst Hallin schien das gar nicht zu bemerken.

„Darauf läuft’s ja doch hinaus“, fuhr er fort. „Sieh bloß meinen Vater an. Wie ein Sklave hat er gearbeitet. Achtundzwanzig Jahre oder mehr steht er jetzt im Dienst der Schule, hat geschuftet und geochst, und Hefte korrigiert und den Jungens lateinische Grammatik eingetrichtert. Fast sechzig Jahr ist er jetzt. Und ich weiß, noch immer hat er Schulden, die nicht abbezahlt sind. Ich weiß es!“ wiederholte er heftig, als hätte der andere ihm widersprochen, und sein Gesicht zuckte. „Was sagst du dazu?“ Er blieb vor Simonson stehen.

„Ach, das ist ja bei dir was ganz anderes“, sagte der. „Du bist ja doch Theologe.“

Ernst verzog keine Miene, sondern fuhr im selben Ton fort: „Ja freilich, da hast du recht. Ich werd’ Geistlicher. Die haben’s leichter, ihre Schulden zu zahlen. Und man ist ein rangierter Mann, eh man’s überhaupt ahnt! Ich hab’ daran gar nicht gedacht!“

Er setzte sich neben den andern ins Sofa und gab ihm einen freundschaftlichen Klaps aufs Knie.

„Na, wie geht’s dir denn hier? Gut?“