Pastor Simonson sah ganz erleichtert aus. Wenn er von sich selber sprechen konnte, so fand er sich immer besser zurecht.

„Freilich. Mir geht’s gut hier“, sagte er. „Es geht einem immer gut, wenn man seine geordnete Arbeit hat. Ich glaube, ich darf wohl sagen, meine Vorgesetzten sind zufrieden mit mir. Ein paarmal hab’ ich auch gepredigt. Und meine letzte Predigt hat Aufsehen erregt. Der Bischof fand, es wäre gut, wenn ich sie drucken ließe. Überhaupt hat er mir viel Freundlichkeit erwiesen.“

„So, so!“ sagte Ernst zögernd. „Das freut mich.“

Aber er blickte dabei zur Seite, und über sein Gesicht flog eine hastige Röte.

„Wollen wir hinuntergehen?“ fragte er dann plötzlich.

Drunten im Wohnzimmer hatte der Adjunkt eben einen kleinen Streit mit seiner Frau gehabt.

Er hatte am Nachmittag seinen Bruder, den Professor, besucht, und als die Brüder eine Weile beieinander gesessen hatten, war der Professor aufgestanden und hatte mit seinem alten gassenjungenhaften Ton gesagt: „Du, Erker! Wie wär’s, wenn wir uns heut einen vergnügten Abend machten? Ich hab’ eine ganz verwünschte Lust dazu!“

Und er zog an seinem wohlgepflegten Backenbart und schnitt eine Grimasse, die dem Adjunkten unwillkürlich ein Lachen ablockte.

„Na, was meinst du dazu?“

Der Adjunkt lächelte — ein bißchen gezwungen, wie es dem Bruder schien.