Frau Hallin blickte ihm bekümmert nach.
Er blieb stehen.
„Wenn du bloß nichts tust, was gegen Gottes Willen ist!“ sagte sie.
Ein Lächeln flog über sein Antlitz.
„Was ist das — gegen Gottes Willen?“ fragte er.
„Ernst!“ erwiderte Frau Hallin, und in ihren Augen blitzte es. „Das weißt du nicht?“
„Doch, doch!“ sagte er rasch. „Ich wollte ja nur sagen, daß ich mich davor in acht nehme!“
Und mit hastigen Schritten lief er die Treppe hinauf und in sein Zimmer. Als er Licht angesteckt hatte, saß er lange mit pochendem Herzen und hämmernden Schläfen da und grübelte darüber nach, was denn eigentlich geschehen war. Warum war er denn so heftig geworden gegen die Mutter? Und was bedeutete überhaupt das alles?
Dann dachte er plötzlich an Simonson, und etwas wie Zorn erwachte in ihm. Ja, der war anders geworden! Oder seh ich ihn vielleicht in einem so andern Licht? dachte Ernst. Sogar seine Stimme ist anders als früher. Und er sieht aus, als liefe er mit einer Maske herum! Kämmt sein Haar so glatt und kleidet sich so feierlich und spricht so herablassend mit den Frauen!