„Das Frühlingswetter hat mich zum Narren gehalten!“ sagte er.

„Finden Sie, daß es Frühlingswetter ist?“ Sie lachte, ein kurzes, lustiges Lachen. „Wir sind doch erst im Februar.“ „Freilich ist Frühlingswetter“, sagte er. „Merken Sie es denn nicht an der Luft? Es ist so warm in der Sonne, daß einem der Rock zu heiß wird!“

Er knöpfte den Überzieher auf und nahm den Hut ab, während er sich mit dem Taschentuch den Schweiß von der Stirn wischte.

Sie sah ihn ganz erschrocken an.

„Nehmen Sie sich in acht, Sie werden sich erkälten“, meinte sie. „Sie sind doch nicht besonders kräftig.“

Er sah sehr verwundert aus.

„Wollen Sie mich auch ermahnen?“ fragte er fast ein bißchen ärgerlich. „Alle tun es. Aber woher wissen Sie das denn eigentlich?“

„Selma und ich haben so oft von Ihnen gesprochen,“ sagte sie; sie errötete dabei und wandte das Gesicht ab.

Zusammen gingen sie zur Stadt zurück und schwatzten dabei von allem möglichen, von gemeinsamen Bekannten, von alten Zeiten, als sie sich noch auf Kinderbällen und Kindergesellschaften getroffen hatten. Sie hatte immer gefunden, Ernst wäre so sonderbar, und hatte immer Angst vor ihm gehabt, weil er so ernst war, so schrecklich ernst. Heute freilich hatte sie ihn von einer ganz anderen Seite kennen gelernt.