„Ich weiß nicht, ob ich darf, wenn ein junger Herr im Haus ist!“ erwiderte sie.
Er sah so hilflos niedergeschlagen aus, daß sie lachen mußte.
„Es kann schon sein, daß ich doch komme!“ sagte sie ermutigend.
Dann zog sie ihre Hand aus der seinen und nickte ihm kurz zu, bog in die Querstraße ein und entfernte sich mit kleinen, munteren, trippelnden Schritten.
Er stand und sah ihr nach. Es war, als höre man Musik, wenn man sie gehen sah. Alles ward so ruhig in einem.
Und Ernst ging schnurstracks heim und schrieb bis zum Mittagessen an seiner Predigt.
Zwölftes Kapitel
A
Am 20. März war bei Professor Hallins große Abendgesellschaft; alle Honoratioren der Stadt waren geladen. Es war ihr Hochzeitstag, und in ihrem ganzen Bekanntenkreis war es zur Gewohnheit geworden, daß man an diesem Tag abends bei Hallins war. Landshöfdings waren da und Bischofs, ein paar von den reichen Kaufmannsfamilien, die Professoren vom Gymnasium mit ihren Familien und ein paar von den Lehrern.