„Geht Ernst heut abend mit?“ fragte Frau Hallin, als die Familie nach Tisch um den Kaffeetisch versammelt war.

„Ja natürlich“, sagte der Adjunkt. „Warum sollte er nicht mitgehen?“

„Meinst du, es macht sich gut, wenn er abends ausgeht in der Woche, eh er seine Probepredigt hält?“ fragte Frau Hallin in ihrem allerernstesten Ton.

„Ach, was tut denn das!“ erwiderte der Adjunkt.

Aber ein Blick seiner Frau ließ ihn verstummen, und er wandte sich direkt an seinen Sohn.

„Was sagst du selbst dazu?“ fragte er.

Ernst sah unschlüssig aus. Er war so gewöhnt, andere für sich entscheiden zu lassen, daß es ihm schwer ward, einen Entschluß zu fassen, der irgendwie die Wünsche anderer durchkreuzte. Aber er antwortete doch, wenngleich etwas zögernd:

„Ja, ich wollte eigentlich gehen.“

Frau Hallin äußerte nur: „Selbstverständlich mußt du in einer solchen Sache tun, wie du willst.“