„Ja, Mama!“ klang es von einem Nebenzimmer zurück.
„Beeile dich!“ sagte die Mutter. „Ich höre Axel schon auf der Treppe.“
Professor Hallin hatte ganz plötzlich noch etwas im Rauchzimmer zu tun.
„So — muß der noch vor den andern kommen?“
Seine Frau warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu und ging in die Küche, damit die Kinder sich ungestört begrüßen konnten. Die paar Minuten konnte man ihnen wenigstens gönnen!
Gabrielle kam im Sturm herausgelaufen. Sie trug ein Kleid von weißem Tüll mit rosa Schleifen. Schelmisch stellte sie sich hinter die Tür und wartete, bis der Bräutigam draußen klingelte.
Er ließ auch nicht lange auf sich warten. Fräulein Gabrielle öffnete mit behenden Fingern und sprang dann ein paar Schritte zurück, um die Wirkung zu beobachten, den ihr Anblick auf den Verlobten machen mußte. Sie verzog ungeduldig den kleinen Mund; ihre Augen glänzten unter den gebrannten Locken. Der Leutnant trat ein. Er war in Uniform. Rasch warf er den Mantel ab und stand in voller Gala, mit funkelnden Achselstücken, den Degen an der Seite, vor seiner Braut. Beide standen einen Augenblick ganz still, wie um ihr gegenseitiges Entzücken zu genießen. Gabrielle verschlang ihn förmlich mit den Blicken. Dann warf sie sich mit einem kleinen Schrei, mit einer eigenwilligen Bewegung an seine Brust und überhäufte ihn mit Küssen.
„Du bist süß, süß, süß!“ flüsterte sie dazwischen durch. „Komm auf mein Zimmer, da können wir eine Weile in Frieden sein, eh die andern kommen!“
„Meine kleine Gabby!“ sagte der Leutnant, während er ihr folgte.