Seine Frau hätte leider noch nicht kommen können. Sie wäre noch nicht ganz so weit. Aber es ginge, Gott sei Dank, den Umständen angemessen... recht gut... hm ja... recht gut... Die Bürgermeisterin legte den Kopf auf die eine fette Schulter und lächelte kokett zu ihrem ältlichen Kavalier auf:

„Ob ihr Männer je lernen werdet, was ihr uns Frauen alles zu verdanken habt!“

Professor Eneman hatte sich zur Rektorin durchgelotst. Er stand mit gekreuzten Beinen da, die eine Hand in die Seite gestemmt, die andere auf die Sofalehne gestützt. Sein Gesicht glänzte, die gelben Zähne blitzten, während er redete und dabei unaufhörlich seine Blicke über die ganze Gesellschaft hinschweifen ließ.

Professor Bruhn saß einsam an einem kleinen Tisch im Wohnzimmer, blätterte in einem Album und schnupfte.

Endlich kam Professor Hallin die Wendeltreppe herab. Er flüsterte den Zunächststehenden lächelnd etwas ins Ohr und ging dann auf einen Haufen Herren in der Mitte des Salons zu: „Ist’s den Herren gefällig, daß wir zu dem solideren Teil des Abends übergehen?“

Eine allgemeine Bewegung entstand. Professor Kumlander brach mitten im Gespräch mit der Bürgermeisterin ab und wies mit bedeutungsvoller Miene nach dem oberen Stockwerk. Professor Eneman blieb noch eine Weile stehen und redete weiter, um zu zeigen, daß er Selbstbeherrschung besaß. Aber ganz von selbst bewegten sich seine Beine, und die Hand, die er in die Seite gestemmt hatte, machte lebhafte Gesten, wie um die Unterhaltung zu beschleunigen. Die Herren im Speisezimmer waren schon alle nach oben verschwunden, und Professor Bruhn erhob sich beim ersten Laut und sagte mit sichtbarer Erleichterung: „Na, endlich!“

Der Bischof blieb in seinem Lehnstuhl sitzen.

„Ich komme in einem Weilchen auch“, sagte er.

Nur der Bräutigam und Pastor Simonson wollten überhaupt lieber bei den Damen bleiben.