„Die weltliche Macht muß immer vor der Kirche zurückstehen!“

„Das war in früheren Zeiten... Ich bitte doch...“

Aber der kleine, zierliche Landshöfding schob den großen Bischof behende vor; und als die beiden auf der Treppe verschwunden waren, ward die Bewegung droben mit einemmal lebhaft und ungezwungen.

„Teufel, was ich hungrig bin!“

„Wer erst sein Schnäpschen intus hätte!“

Und einer dicht hinter dem andern eilten die hungrigen Herren im Gänsemarsch die Wendeltreppe hinab. Wer gewandt war und ein ausgeprägtes Selbstgefühl besaß, eilte ins Wohnzimmer und bot einer Dame den Arm. Die andern drängten sich in den Türöffnungen zusammen. Von allen Seiten strömte es in den Speisesaal, Damen, Herren und Jugend, und einen Augenblick war es so still, daß man einen Engel durchs Zimmer hätte fliegen hören können. In stummer Bewunderung vor den Gaben Gottes faltete die ganze Gesellschaft die Hände, die Damen machten einen kleinen Knix, die Herren neigten das Haupt. Und unter der Tür zum Vorzimmer stand der junge Gustaf Hallin und zeigte durch ein verschmitztes Lächeln, wie er sich an der allgemeinen Andacht erfreute.

Es war aber auch ein glänzendes Souper. An beiden Enden des Tisches war ein Butterbrottisch gedeckt, einer für die Herren, einer für die Damen. Da gab’s Kaviar, Anchovis, Sardellen, Zunge, rohen Lachs, verlorene Eier mit Krebsschwänzen, gebratene Kartoffeln, holländischen Hering, gebackenen Aal, Gänseleberpastete, gespickte Rebhuhnbrust.

Mitten auf dem Tisch thronte eine gewaltige Konfektschale mit Jahreszahl und Datum des wichtigen Tages. In langen Reihen glänzten die geschliffenen Gläser auf dem weißen Damasttuch, glatte hohe Rotweingläser ohne Fuß, rote Weißweingläser mit milchweißem Fuß, flache feine Sektkelche und geschliffene Sherrygläser.

Professor Hallins Soupers waren berühmt und die Kochkunst der Professorin hatte einen ausgezeichneten Ruf. Da gab’s Lachs und junge Hühner mit Tomaten, Champignonomelette, Prager Schinken mit Kastanienpuree, Krebse mit verlorenen Eiern, Blumenkohl in Butter und junges Geflügel.

„Ich kenn’ das Menü von Gustafva Björklund her“, flüsterte die Bürgermeisterin Rundlund der Rektorin Ahlkvist zu.