„Ich weiß nicht, warum!“ sagte er. „Aber ich konnte nicht. Nicht vor all diesen Menschen.“

Seine Stimme zitterte; Tränen standen in seinen Augen. Über Evas Antlitz flog eine heftige Röte und färbte Hals, Wangen und Stirn bis hinauf zum Haaransatz; auch ihre Stimme war nicht mehr ganz so sicher, als sie erwiderte: „Still! Jetzt kommt die Rede!“

Ernst Hallin wandte sich um. Draußen im Speisezimmer hatte der Bischof ans Glas geklopft, und die Gäste hatten sich alle um den Tisch aufgestellt. Professor Hallin stand neben seiner Frau, die schon das Taschentuch an die Augen führte, und Gabrielle war an die Seite ihres Bräutigams geeilt und hatte ihren Arm durch den seinen geschoben.

„Meine Damen und Herren!“ begann der Bischof, und in dem großen Zimmer ward es ganz still.

Der Bischof sah mit tiefsinniger Miene in sein Glas, in dem die Sektperlen unaufhörlich zum Rand emporstiegen und verschwanden.

„Meine Damen und Herren!“

Er schlug die Augen auf und blickte über die Gesellschaft hin mit der Sicherheit, die seine Vorträge auf der Kanzel kennzeichnete.

Dann begann er über die Ehe zu sprechen, die Gott selbst eingesetzt habe. Er redete vom Heim, vom Heim des Nordens und zitierte die Dichterworte:

Was auf der Erde ist so wert,

So traut, als Haus und Herd?