Dresden, 28. März 1777.

Der berüchtigte Saint-Germain weilt noch immer in Leipzig. Er wird sogar noch während der Messe dort bleiben, aber nicht hierher kommen, obgleich er mehrfach dazu aufgefordert ist. Er wollte dem Magistrat von Leipzig mehrere Projekte vorlegen, man ist aber nicht darauf eingegangen. Obgleich es ihm nicht eigentlich schlecht geht, wird ihm das Geld gegenwärtig knapp. Und doch: als Graf Marcolini eigens zu seinem Besuche nach Leipzig kam und ihm Belohnungen versprach, falls er dem Staate durch Mitteilung seiner Geheimmittel einen wesentlichen Dienst leistete, hat er ihm geantwortet, man irre sich sehr, wenn man dergleichen bei ihm annähme; sein einziges Ziel sei, die Menschheit zu beglücken, und gelänge ihm das, so fühle er sich hinreichend belohnt[437]. Wie man zugibt, hat er in Leipzig nichts getan, was diesen Grundsätzen widerspräche, allerdings auch nichts, was sie bestätigte.

König Friedrich an Alvensleben

Potsdam, 29. März 1777.

An Saint-Germain nehme ich aus bloßer Neugier Anteil. Nur aus diesem Grunde erwarte ich Ihren Bericht über das, was Sie noch von ihm erfahren sollten. Angesichts seiner alten Beziehungen zum Grafen Orlow wäre es wohl möglich, daß er auf den Einfall kommt, seinen Freund während der schönen Jahreszeit in Rußland zu besuchen.

König Friedrich an die Prinzessin Wilhelmine von Oranien

Potsdam, 30. März 1777.

Der Saint-Germain, von dem ich Dir neulich schrieb, ist noch in Leipzig. Wie ich höre, will er nach Petersburg. Wäre der alte Narr gescheit, er wartete in Florenz ruhig den Tod ab, statt sein altes Gerippe am Ufer des Eismeers spazieren zu führen.

Alvensleben an König Friedrich

Dresden, 25. Juni 1777.