Bischoffwerder an Prinz Friedrich August
Dresden, 2. Mai 1777.
Eure Hoheit werden durch den Bruder Decker die Gründe erfahren haben, aus denen Graf Welldone Ihren Brief gezeigt hat[473].
Frölich an Prinz Friedrich August
Görlitz, 7. Mai 1777.
Saint-Germain befindet sich noch in Leipzig, und man ist immer weniger attent auf ihn, da alle Hoffnung wegfällt, daß er nur im geringsten in der Maurerei Kenntnis hat.
Saint-Germain an Prinz Friedrich August[474]
Leipzig, 8. Mai 1777.
Eure Hoheit wollen gestatten, daß ich Ihnen mein Herz öffne. Es blutet, seit der Herr Rat Dubosc mir in einer für mich peinlichen Form die Befehle zukommen ließ, mit denen Sie ihn seiner Angabe zufolge beehrt haben. Sie galten aber sicherlich nicht mir. Herr Baron von Wurmb[475] und Herr Baron von Bischoffwerder werden stets für mich rühmliches Zeugnis ablegen, daß mein Schritt voller Berechtigung und Redlichkeit war, daß meine Ehrerbietung und meine eifrige und treue Hingabe, die ich für alle Zeit Eurer Hoheit gelobt habe, ihn mir unumgänglich geboten, obwohl ich zunächst voll Zartgefühl meinen Beweggrund verschweigen wollte. Nach Möglichkeit will ich hier die Abwicklung meiner ebenso wichtigen wie unerläßlichen Geschäfte beschleunigen, um alsbald die unaussprechliche Freude zu haben, Ihnen meine Aufwartung zu machen. Unvergleichlicher Fürst, wenn ich erst die Ehre habe, Ihnen genau bekannt zu sein, verspreche ich mir von Ihrer Gerechtigkeit und Ihrem Scharfblick zuversichtlich alles, was mir zukommt und was mir, da von Ihnen kommend, lieb und wert sein wird. Ich bin aus Pflicht, Neigung und ehrerbietiger, treuer Hingebung Eurer Hoheit ehrerbietigster und gehorsamster Diener
Graf Welldone.